Aufgabenbereiche Abteilung Körperbehinderung

Die Anzahl der Schüler mit Körperbehinderung nimmt an unserer Schule seit vielen Jahren stetig zu, betroffen ist nunmehr jeder dritte Schüler. Um den besonderen Bedürfnissen dieser Schüler besser gerecht werden zu können, wurde an unserer Schule eine Abteilung für Körperbehinderung (K.B. – Abteilung) eingerichtet. Diese hat zum Schuljahr 2006 / 2007 ihre Arbeit unter der Leitung von Herrn Michael Heimann aufgenommen.

Im Folgenden sollen kurz die wichtigsten Aufgabenbereiche beschrieben werden.

 

Ressourcenbeschaffung

Drehteller zum Wenden im Stand
Drehteller zum Wenden im Stand

Für den Unterrichtsalltag benötigen unsere körperbehinderten Schüler oftmals besondere Sitz- oder Stehmöglichkeiten, Gehtrainer oder höhenverstellbare Spezialtische für den Unterricht

 

Für die Schuleinrichtung sind folgende Hilfsmittel besonders wichtig: Personenlifter, Toilettenausstattung, Schwerkraftanker in Klassen für Stehübungen, Therapiehocker für Lehrer usw.

 

Herstellung von Hilfsmitteln:

Einige unserer körperbehinderten Schüler benötigen für den Schulalltag bspw. wegen ihrer besonderen Art zu Greifen, spezielle Hilfen: z.B. Silikongriffe für Essbestecke, Pinsel, Stifte oder Schäler.Für kleinere Reparaturen wurde ein Vorrat an Verscheißteilen, wie z.B. Gummigriffen u.ä. angelegt.


Mobiles Liftersystem im Wickelraum
Mobiles Liftersystem im Wickelraum

In Planung:

Für unsere körper - und v.a. schwerstmehrfachbehinderten Schüler ist die Nutzung des schuleigenen Schwimmbades ein wichtiges Therapiemittel. Daher benötigen sie hier dringend eine angemessene Ein- und Ausstiegsmöglichkeit. Sobald Spendengelder hierfür bereit stehen, soll ein Deckenliftersystem eingebaut werden.

Ein Laufschienensystem zum Üben des freien Gehens wird für einige unsere

körperbehinderten Schüler ebenfalls von großer Bedeutung sein. 

 

Beratung:

Kollegen und Helfer suchen während der wöchentlichen Sprechstunde Rat bzgl. ihrer körperbehinderten Schüler. Hierbei geht es oft um eine bessere Integration des Schülers in den Unterricht, Hilfsmittelberatung, wie z.B. Sitzerhöhungen, Rollstuhlzugänglichkeit im Klassenraum, sowie Integration motorischer Übungen in den Schulalltag, z.B. durch Sitzen auf einem Keil oder unterstütztes Sitzen auf einem Gymnastikball.

Elternberatung: Manchmal ist es günstig, die Beratung bzgl. eines Schülers auch in seinem häuslichen Umfeld fortzuführen, damit dieser eine als sinnvoll empfundene Ganzheitlichkeit der Förderung erfährt und somit größere Fortschritte erzielen kann.

 

Fortbildungsangebote:

Heben und Lagern: 

Da unsere Helferinnen und Helfer durch ihre Arbeit mit schwerstmehrfachbehinderten Schülern besonders häufig Heben und Tragen müssen, ist hier die Belastung der Wirbelsäule besonders groß.

Daher erfolgt zu Beginn des Schuljahres eine möglichst individuelle Einarbeitung der Helfer ins Rücken schonende Heben (aber auch Lagern) schwerstbehinderter Schüler. Grundlage bilden hierbei Griffe aus der Krankenpflege und Kinästhetik.

Schwerstbehindertenförderung: 

Da viele unserer Helfer noch keine Erfahrungen mit schwerstmehrfachbehinderten Schülern sammeln konnten, erfolgt eine individuelle Einarbeitung in spezielle Fördermöglichkeiten ihres zu betreuenden Schülers, sowie Möglichkeiten zur Nutzung des Wahrnehmungsraumes. Grundlage hierfür bilden die Konzepte zur Schwerstbehindertenförderung von Haupt und Fröhlich.


Bewegungs-AG:

Acht Schüler mit Körperbehinderungen erhalten in gemeinschaftlichem Rahmen ein – bis zweimal pro Woche Bewegungsangebote. Hierzu treffen wir uns in der Turnhalle und üben motorische Anforderungen des Alltags, wie etwa Rollstuhlsicherheit, oder wir bereiten einen Rollstuhltanz vor, den wir bei gegebenem Anlass vorführen werden.

Monatssingen:

Am Monatssingen nehmen alle Schüler der Grund- und Mittelstufe teil. Dabei begrüßen wir den neuen Monat mit Tanz und Gesang. Unsere körperbehinderten Schüler finden hierbei oftmals besondere Berücksichtigung, z.B. als Hauptdarsteller in Rollenspielen und kleinen Vorführungen. 

 

Ziel ist eine bessere Integration der körperbehinderten Schüler in den Schulalltag.

 

 

 

Zusammenarbeit mit Ambulanzlehrerin für Blinde, Frau Lori

Etwa einmal im Monat besucht uns Frau Lori von der Blindenschule in Friedberg. In diesem Rahmen erfolgt u.a. auch die Entwicklung und Umsetzung eigener Ideen zur Förderung blinder bzw. mehrfachbehinderter Schüler, wie z.B. des Wahrnehmungsfasses, der Wahrnehmungsmuschel, des Spiegelkasten oder Little – Room – Erweiterungen.


Eingangsdiagnostik

Bei anstehender Einschulung von Schüler mit diesem besonderen Förderbedarf erfolgt eine Reihe informeller Tests mit abschließenden Empfehlungen zu dringend benötigten materiellen und personellen Hilfen.

 

Schulhof-AG

Die Schulhofanlage der Gustav-Heinemann-Schule wurde mit tatkräftiger Hilfe des gesamten Kollegiums im Hinblick auf die Bedürfnisse unserer körperbehinderten Schüler umgestaltet. So entstand ein Rollstuhl - Tanzplatz mit vielen Erfahrungsmöglichkeiten, eine Biohütte, sowie ein Weiden – Iglu, der zum Verweilen einlädt.

Vielen Dank an alle tatkräftigen Unterstützer.