Hundegestützte Pädagogik in der Schule

HuPäSch

Maja und Mila
Maja und Mila

Einleitung

1.            Voraussetzungen

2.            Umgang mit dem Hund

3.            Wissen über den Hund

4.            Der Hund als Begleiter im Unterricht

Tiere gelten als motivierend, beziehungsstabilisierend und wärmespendend.

Aufbauend auf die Erkenntnisse des Kinderpsychotherapeuten Boris M. Levinson nutzen wir diese positive Wirkung von Tieren auf Menschen.

Tiere werten nicht, sondern reagieren spiegelbildlich auf ihr Gegenüber. Tiere sind nicht berechnend, sie geben und nehmen ohne Bedingung.

In der Beziehung zu Tieren können Kinder Vertrauen aufbauen, Trost finden, Verantwortung übernehmen, die Wirkung ihrer Handlungen und Gefühle erfahren.

In der Gustav-Heinemann-Schule wird dies beim Einsatz von Schulhunden im Unterricht umgesetzt. Im Folgenden soll das Konzept der Einbeziehung von Hunden in den Unterricht dargestellt werden.

1 Voraussetzungen

Sowohl beim Hund als auch in der Schule müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, um eine Begegnung des Schulhundes mit den Schülern erfolgreich gestalten zu können.

 

Beim Hund:

• geeignete Charaktermerkmale (freundlich, 

   interessiert, nervenstark)

• vorhandene Grunderziehung

• Gesundheitsprävention (Impfung, Wurmkur, Gesundheitszeugnis)

Die entsprechenden Bescheinigungen und ärztlichen Bestätigungen sind in der Schule gesammelt und einsehbar.


In der Schule:

  Zustimmung der Schulleitung

  verantwortungsvoller Umgang mit dem Tier

   Hundesachkenntnis bei den Verantwortlichen

2 Umgang mit dem Hund

In den Unterrichtssequenzen, in denen der Hund als Begleiter in der Klasse oder Lerngruppe dabei ist, werden unterschiedliche Lerninhalte relevant. Es ist dabei selbstverständlich, dass auf die jeweilige individuelle Ausgangslage der Schüler und Schülerinnen bezüglich ihrer kognitiven und sozial-emotionalen Entwicklung eingegangen wird.


Inhalte:

• Begrüßungsrunde mit Hund/Kontaktaufnahme/Streicheln

• Beobachtung des Hundes

• Hundespaziergänge mit und ohne Leine

• Übernahme von Einzelaufgaben mit dem Hund

• Spielphasen mit Ball/Stöckchen

 

Ziele:

• Steigerung der sozialen Kompetenz durch den Umgang mit dem

   Hund

• Fördern der sozialen Kontaktbereitschaft durch Empfinden von Freude

   und Lebendigkeit bei der Begegnung mit dem Hund

• Aufbau von Vertrauen in die lebendige Umwelt

• Entwicklung von Empathie

• Befriedigung emotionaler Bedürfnisse (Nähe, Wärme, kuscheln)

• Übernahme von altersgemäßer Verantwortung bei der Versorgung   

   des Hundes

• Erlernen der notwendigen Regeln im Umgang mit dem Hund

• Trainieren der erfolgreichen Kommunikation mit dem Hund.

 

 

3 Wissen über den Hund

 

In regelmäßigen Unterrichtsblöcken wird den Schülern Wissen über den Hund vermittelt. Die Abstammung, Ausbildung der verschiedenen Hunderassen, Charakter und Sprache des Hundes sowie die verschiedenen Aufgaben, die er erfüllen kann, werden erarbeitet. Die Ansprüche, die ein Hund als Haustier an seine Besitzer, seine Familie stellt, werden unter die Lupe genommen. Seine Ernährung und Erziehung werden betrachtet. Hierzu dienen Arbeitsblätter, Folien, Filme und vor allem die Hunde Maja und Raoul als Anschauungs“objekte“.

Es finden Ausflüge und Unternehmungen mit den Hunden statt, bei denen die Schüler die nähere Umgebung Dieburgs kennen lernen und sich orientieren lernen. Beim „Gassi-Gehen“ lernen sie, Kommandos zu geben und Regeln einzuhalten. Sie lernen geeignete Spiele für den Hund kennen und hierbei Verhaltensregeln zu beachten.

Ihr Wissen dokumentieren die Schüler und Schülerinnen auf Arbeitsblättern und in kleinen Tests und legen eine Arbeitsmappe über die „Hundekunde“ an. Am Ende eines solchen „Lehrgangs“ steht der Erwerb einer Urkunde über erworbenes Hunde-Wissen.

 

 

3 Der Hund als Begleiter im Unterricht

 

Es gibt aber auch Unterrichtssequenzen, die nicht den Hund zum Thema haben, und trotzdem ist er dabei. Maja oder Raoul liegen dann auf ihrem Platz, während die Schüler Lesen, Schreiben oder Rechnen üben.

 

Inhalt:

• der Hund ist im Unterricht anwesend, steht aber nicht im Mittelpunkt

• der Hund nimmt auf eigene Initiative Kontakt zu einzelnen Schülern

   auf oder schläft auf seinem Platz

 

Ziel:

Folgende positive Auswirkungen, die durch die alleinige Anwesenheit des Hundes im Raum verursacht werden sollen genutzt werden:

• physische Entspannung/ Stressreduktion (Tierkontakt senkt nachweislich den Spiegel von Stresshormonen)

• Herzfrequenz und Blutdruck werden gesenkt (medizinisch nachgewiesen)

• Förderung des Wohlbefindens und dadurch Lernmotivation

 

Durch das Zusammensein mit Tieren profitieren Menschen körperlich, psychisch und sozial. Der verringerte Spiegel von Stresshormonen, der sehr entspannend wirkt, wird unterstützt von Endorphinen und anderen Botenstoffen, die Ängste lösen und glücklich machen. Sie werden frei gesetzt, wenn wir Tieren zusehen, sie streicheln, über sie lachen mit ihnen spielen oder sie versorgen. Derart entspannte Schüler knüpfen schneller Kontakte, sind motivierter und lernen leichter (vgl. Prothmann 2005)

 

 

Helma Hirth und Valerie Grundmann

Förderschullehrerinnen